EIN FENSTER ZUM OSTEN
«Es war nicht mein nasib»: Aufgeben oder weitergehen?
Wie das Annehmen eines Ergebnisses mit eigener Anstrengung verbunden sein kann.
Alaaeldin Elgharbawy
نَصِيب
Hierher gehört auch das Wort «nasib», der Anteil, der einem bestimmt ist. Ein Mensch sucht vielleicht eine Wohnung zur Miete, fragt nach und rechnet seine Ausgaben durch. Dann bekommt ein anderer die Wohnung vor ihm, und er sagt: «Es war nicht mein nasib.» Der Satz kann ausdrücken, dass er das Ergebnis einer Sache annimmt, für die er sich bemüht hat. Er sucht weiter, aber der Verlust dieser Wohnung beherrscht ihn nicht. In dieser Bedeutung verbindet der Ausdruck die Verantwortung, sich zu bemühen, mit dem Annehmen dessen, was nicht in der eigenen Hand liegt, und hilft ihm, sein Leben fortzusetzen.
Du hörst den Ausdruck vielleicht nach einer Bewerbung, einer Wohnungssuche oder einer Gelegenheit, die sich nicht ergeben hat. Er kann dem Sprechenden helfen, einen Verlust anzunehmen und den nächsten Schritt zu tun.
Dabei bleibt wichtig, was vor und nach dem Satz geschieht. Hat die Person gesucht, gefragt und sich vorbereitet? Überlegt sie, was sie beim nächsten Mal anders machen kann? Dasselbe Wort kann sehr unterschiedliche Lebenssituationen begleiten.
Manchmal wird eine solche Wendung auch gebraucht, um einer unangenehmen Frage auszuweichen. Aus dem Ausdruck allein lässt sich nicht erkennen, ob jemand Verantwortung übernimmt. Hör auf die Geschichte, die dazu gehört.
Wenn du helfen möchtest, musst du die Haltung des anderen nicht zuerst bewerten. «Was möchtest du jetzt versuchen?» oder «Kann ich dir bei der nächsten Anfrage helfen?» öffnet ein Gespräch über das, was weiterhin in seiner Hand liegt.
Bearbeitet nach dem Buch des Autors «Wenn du den Osten verstehen willst», Kapitel 12.
